Lars Schmidt
WRITINGS

Neue Wege
Vom Wiederherstellen eines Gleichgewichts

Alles sind ‘Dinge’ in der Welt, an der ich teilnehmen soll.
Und da alles Dinge sind, kann man diese Dinge auch begreifen und ordnen, anhäufen und verkaufen.
Und da beginnt die Grausamkeit und Ignoranz gegenüber dem Leben.

*

Vielleicht beginne ich einfach mit einer kurzen Vorstellung meines Weges.

Die Bereiche, für die ich mich interessiert in denen ich studiert und geforscht habe, reichten von verschiedenen Kunstformen, über diverse Arten der Landwirtschaft und dem Umgang mit Land, bis zu kontemplativen Praktiken und Philosophie.
Nur um letztenendlich herauszufinden, dass all diese Bereiche grundlegender Bestandteil des Menschseins sind, und dass ein Auftrennen dieser in verschiedene Disziplinen die Dinge nicht einfacher macht.

Genauso halte ich die Tatsache, in verschiedenen kulturellen und sozialen Kontexten gelebt zu haben, und Einblick in städtische, ländliche und nomadische Lebensweisen erhalten zu haben, für äusserst lehrreich und wertvoll.
Ich lernte zum Beispiel, verschiedene Denk- und Betrachtungsweisen zu identifizieren, und einiges über diverse gesellschaftliche Codes und Organisationsstrukturen.
All das bringt einem schliesslich wiederum näher, dass, wenn die Tatsache des gemeinsamen 'Menschseins' nicht berücksichtigt wird, sich Kommunikation um so herausfordernder gestaltet.

Während all dieser Zeit habe ich ausserdem lange Zeiten in der Natur verbracht.
Ich tue das auch weiterhin. Einfach in Ruhe oder beobachtend und hinhörend.
Das ist sozusagen die Basis geworden.
Ich habe auch bemerkt, dass diese Basis seit der frühen Kindheit bereits da war.

Letztlich bin ich einem Weg gefolgt, bei dem ich von dem und denjenigen gelernt habe, die mich inspirierten, und in manchen Zeiten folgte ich den Einschränkungen und der Richtung, die der Körper forderte.
So haben sich die Dinge präsentiert und ich habe versucht aufmerksam zu sein.

Dabei ist ein recht unkonventioneller Pfad herausgekommen, und ich bin mir durchaus bewusst, dass dieser innerhalb der sozialen und kulturellen Strukturen, in denen ich bis dato gelebt habe, vielleicht mitunter nicht der nachvollziehbarste ist.
Es ist sicher auch nicht der glücklichste, was sozialen Status und gesellschaftlichen Zugang angeht.

Ein zentrales Thema ist jedoch, dass ich empfinde, dass ich als Mensch nicht für mich selbst lebe und arbeite, sondern als Teil all dessen was wir Natur nennen.
Somit trage ich zur Natur als Ganzes bei.

Mit anderen Worten: Ich bin mir bewusst, dass jede Handlung, die ich ausführe, von allem anderen beeinflusst ist und gleichzeitig auf alles andere Auswirkungen hat.

Noch einfacher: Ich bin in allem und alles ist in mir.

Dem Leben in all seiner scheinbaren Vielfältigkeit gegenüber ist da ein Empfinden von Verwandtschaft, gleichzeitig eine Art sprachloses Staunen.

Damit kommt auf natürliche Weise der Wunsch zu beschützen, zu unterstützen und eigentlich auch zu dienen, sprich, sich dem Ganzen zur Verfügung zu stellen.

Zu spüren, dass mein Tun an Ausbeutung teilhat, oder dass es Leid und Leiden generiert oder aufrecht erhält, das aus vorherrschenden Vorgehens- und Wahrnehmungsweisenweisen hervorgeht, ist auf längere Sicht weder auszuhalten, noch vertretbar.

Ich hoffe, dass mein Handeln zum Gemeinwohl beiträgt.
Und dieses Gemeinwohl empfinde ich als nicht exclusiv auf und für die menschliche Spezies zu betrachten.

Gleichzeitig möchte ich natürlich keine bestimmte Lebensweise propagieren, außer vielleicht der, seinem Herzen zu folgen.

In meinem Fall resultiert eine Lebensweise, die ich als ehrlich und authentisch empfinde, in einer Art halb nomadischem und häufig recht prekären Lebensstil.

Ich habe keine finanziellen Mittel oder Rücklagen um mir einen permanenten Zugang zu Land oder einer Unterkunft zu sichern.

Soweit hat es sich auch nicht ergeben, dass ich an einem Projekt für gemeinschaftliches Wohnen teilgenommen hätte, obwohl ich einige kenne und regelmässig die Informationen an andere weitergegeben habe, die auf der Suche waren.
Für mich hatte das bis dato nicht gepasst.

Ich habe auf meinen Reisen einige Menschen getroffen, die in einer sehr ähnlichen Lage waren wie ich. Und immer wieder hatte ich das Empfinden, dass hier ein grosses kreatives und feinfühliges Potential verloren geht.
Ein Potential, das gleichzeitig sehr auf zeitgemässe und drängende Herausforderungen angelegt zu sein scheint.

Natürlicherweise sind die meisten dieser Menschen Individuen, die nicht in konventionelle Kategorien passen und die sich dementsprechend 'ausserhalb' der meisten gesellschaftlichen Kontexte befinden, (im schlimmsten Fall in Situationen, in denen sie re-sozialisiert und kategorisiert werden sollen) und wo sie alle Energie, die sie irgendwie mobilisieren können dazu benutzen, um über die Runden zu kommen.
Falls sie über die Runden kommen.

All das kann als Grund gesehen werden, warum ich den Schritt mache und nach Unterstützung frage.

Ich denke es ist Zeit für neue Arten der Zusammenarbeit und für Strukturen, die mehr Menschen ermutigen, und die es ermöglichen hinzuhören und konsequent zu sein.

Ich glaube wir werden überrascht sein von der Kraft, die dadurch frei wird.

Gegenseitige Verbundenheit leben und neue Strukturen schaffen

Meiner Erfahrung nach ist die direkte, persönliche Beziehung das Einzige, was dem Versagen oder dem Missbrauch seitens eines Systems standhalten kann.
Es sind solche Beziehungen, die eine Lebenssituation in einer Gesellschaft widerstandsfähig machen.

Für mich liegt das Potential einer Mentorschaft (oder einfach der Zusammenarbeit auf der Basis eines klaren, offenen und gegenseitigen Verständnisses) darin, dass Menschen, bei denen ihre Fähigkeiten und ihr Antrieb, oder auch glückliche Umstände dazu geführt haben, dass ein gewisser finanzieller Reichtum oder auch Landbesitz angehäuft werden konnte, sich entschließen, etwas von diesem 'Wasser' mit anderen zu teilen.

Mit anderen meine ich Menschen, deren Sensibilitäten und Talente in einer Gesellschaft weniger Wertschätzung oder Förderung erfahren, oder die ganz einfach weniger glücklichen Umständen ausgesetzt waren.
Der Mentor erkennt jedoch einen Wert und entschließt sich zu unterstützen.
Daher kann eine solche Mentorschaft eigentlich als eine Art Zusammenarbeit und auch als ein Beitrag zu einer vielfältigeren und damit auch gesünderen Gesellschaft gesehen werden.

Ein anderes Konzept ist das von Dana, das zum Beispiel im Buddhismus oder auch im Hinduismus einen formalen religiösen Akt bezeichnet, in dem einer monastischen Person, oder einer Person auf einem spirituellen Weg etwas gegeben wird. Dana ist ein integraler Bestandteil und eine gängige Vorgehensweise in vielen östlichen Gesellschaften.
Die Mönche leisten ihre Art des Beitrags, der wertgeschatzt und respektiert wird.
Die, die sie unterstützen, gehen ihren eigenen Beschäftigungen nach.

Ich denke, dass gelebte gegenseitige Verbundenheit und Vielfältigkeit einer der Wege ist, der zu einer Emanzipation von einem System führen kann, das durch Regeln und aufgrund von Wertvorstellungen operiert, die mehr und mehr als nicht nachhaltig identifiziert werden. - 'Nicht nachhaltig' ist hier eine sehr vorsichtige Art der Beschreibung.

Ich denke mehr und mehr Menschen werden sich dessen bewusst.
Oder vielleicht hoffe ich das mehr, als dass ich es denke.
Ganz einfach und ganz allgemein für die Erde mit ihrem wundervollen Land und ihren Lebewesen.

Ich bin mir bewusst, dass all das eine Herangehensweise im Geiste der Kooperation voraussetzt - in einem System, das auf dem Konzept des Wettbewerbs beruht.
Ebenso beinhaltet es eine Ethik des "Was ist genug" in einem System, das auf dem Konzept der immer wachsenden Anhäufung von materiellem Reichtum als modus operandi basiert.

Wahrscheinlich liegt hier die Herausforderung.
Vieles hängt von Eigeninitiative ab.
In gewisser Weise denke ich jedoch, dass die Natur bereits dadurch unterstützt, dass sie ein klares Feedback und eine klare Botschaft von sich gibt.

Wie Sie in meinem Fall unterstützen können

Falls das, was ich hier beschreibe oder auch das, was Sie auf meiner Webseite finden, zu Ihnen spricht, und Sie mich unterstützen möchten, können Sie dies gerne tun.

In meinem Fall ist ein Ort als 'Homebase' und Arbeitsraum, und als Werkzeug für die Umsetzung von Projekten die Grundlage.
Wenn es also ein Haus oder einen alten Hof gibt, der belebt werden möchte, so bin ich interessiert.
Ich bin nicht an ein bestimmtes Land gebunden.
Eine Beschreibung meiner Herangehensweise finden Sie hier.

Finanzielle Unterstützung ist ebenfalls eine große Hilfe.
Das kann ein kleiner oder großer monatlicher Betrag sein, oder eine kleine oder große einmalige Schenkung.
Das Geld wird für notwendige Ausgaben zum Lebensunterhalt, sowie künstlerische Materialien verwendet.

Eine andere Art der Unterstützung wäre, das was Sie hier bzw auf der Webseite anspricht oder berührt, mitzuteilen.

Falls Sie eine Lesung oder einen Event organisieren möchten, falls Sie nach weiteren Informationen suchen, über etwas, das Sie auf der Webseite gefunden haben, oder wenn Sie Werke ausstellen oder kaufen möchten, schreiben Sie mir.

Jede Art von Support und gemeinsamer Bemühung wird auf alle Fälle sehr zu schätzen gewusst.

Ich denke es ist Zeit, mutig zu sein und neue Wege zu etablieren.

Meine beste Grüße und herzlichen Dank,

Lars Schmidt | http://www.larsschmidt.org

Konto: Lars Schmidt
Referenz: Neue Wege
IBAN: DE23100500000074833588
BIC: BELADEBEXXX
Landesbank Berlin - Berliner Sparkasse

Zum Abschluss möchte ich meinen aufrichtigen und tiefen Dank aussprechen, für die Unterstützung, die Hilfe und Offenheit, die mir unterwegs begegnet sind.
Wie ich es schon häufig gesagt habe: Wenn Ihr euch alle treffen könntet! Was für ein wundervolles Treffen das wäre!